Der Jazzdirigent

Das Theaterstück ‚Der Jazzdirigent‘ von Wolfgang Streter hat demnächst Premiere in der Kulturetage in Oldenburg. Das Stück wird aufgeführt von einer Schauspielerin, die von einer vierköpfigen Jazzcombo begleitet wird. Die Geschichte handelt in der Zeit der Naziherrschaft. Im Lokalfenster von Oeins soll deswegen heute abend ein Beitrag darüber laufen. Gestern haben wir bei der Probe Interviews aufgenommen und ein paar Szenen gefilmt. Das hat richtig Spaß gemacht und die Musik reißt mit. Heute beim Schneiden habe ich die ganze Zeit den Takt mitgeschlagen. Ich hoffe nicht, dass ich die anderen auf der Station damit genervt habe. Gesagt hat jedenfalls keiner was. Leider kann ich den Beitrag hier nicht einstellen, da die Musik urheberrechtlich geschützt ist. Aber hier ist der Link zum Podcast von Oeins. Es ist der dritte Beitrag dieser Sendung ab 5:22 min.

Zum Podcast

Radtour Bookholzberg – Brake

Heute gab es eine Andeutung von Frühling. Gestern hatte der Wetterbericht 6 bis 8 Stunden Sonnenschein angekündigt und so hielt mich denn heute trotz niedriger Temperaturen nichts zu Hause. Da ich meine Kräfte noch nicht einschätzen konnte, entschied ich mich einer Radtour parallel zu einer Bahnstrecke zu machen, so dass ich jederzeit abbrechen und mit dem Zug nach Hause zurück fahren konnte. Dazu eignet sich besonders gut die Bahnstrecke Hude – Nordenhamm. Alle 10 bis 15 km ist ein Bahnhof und die Züge fahren im Stundentakt. Ich nahm daher die Bahn bis Bookholzberg und setzte mich dort auf Rad und fuhr Richtung Weser. Diese Strecke kannte ich noch nicht und sie gefiel mir sehr gut. Es war absolut ruhig und ich traf so gut wie keine Menschenseele. Klar, es war kalt und noch nicht Saison. Kurz vor Elsfleth kam ich an eine mir bekannte Stelle. Hier ist eine Kanu oder Fähranlegestelle. Ich beobachtete einen Radfahrer, der seltsamerweise dorthin fuhr. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dort heute was los ist. Also folgte ich ihm. Es war eine schöne sonnige Stelle, die er kannte und nutzte, um dort Pause zu machen und wir kamen ins Gespräch. Ich war also nicht der einzige, der das schöne Wetter für eine Radtour ausnutzte. Da er die Gegend besser kannte, gab er mir viele nützliche Tipps für zukünftige Radtouren.
Weiter ging es dann über Elsfleth und das Huntesperrwerk nach Brake. Hier merkte ich dann, dass mir die Kräfte schwanden. Ich könnte es dann zwar noch bis Rodenkirchen schaffen. Ob dann dort aber ein Cafe geöffnet ist, wo ich auf den Zug warten kann, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. So entschied ich mich von Brake aus nach Hause zu fahren.
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Radfahren in Oldenburg

Die Ortsgruppe des ADFC in Oldenburg gibt in diesem Frühjahr erstmalig eine eigene Zeitschrift für Mitglieder, aber auch alle Bürge Oldenburgs heraus. Auf der Camping und Freizeit-Messe im Januar haben wir einige Mitglieder angetroffen und abgesprochen, darüber einen Beitrag für den Lokalsender Oeins zu machen. Dazu benötigt man Bilder von Radfahrern in der Stadt. Da die Sonne schien, bin ich Donnerstag los, um Aufnahmen zu machen. Da mir die ganze Aktion viel Spaß gemacht hat, habe ich mich entschieden, daraus auch einen Beitrag für unsere eigene Webseite zu schneiden.

Kloster Blankenburg

Kloster Blankenburg ist eine der niedersächsischen Erstaufnahmen von Flüchtlingen. Es ist ein ehemaliges Dominikanerkloster, das aber schon seit 1570 sakularisiert ist. Auch in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts sind dort Flüchtlinge untergebracht worden. Seit November beheimatet es hauptsächlich Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Iran. Zur Zeit sind dort ca. 800 meist männliche Flüchtlinge untergebracht. Die Anlage wird von einem Pastor unserer Gemeinde mitbetreut und so werden Flüchtlinge, die sich für das Christentum interessieren, zum internationalen Bibelkreis in das Gemeindehaus Arche eingeladen. Mit vier Flüchtlingen haben wir uns ein wenig angefreundet, da sie etwas englisch sprechen und somit eine Kommunikation möglich ist. Sie haben uns letzte Woche eingeladen, sie in Blankenburg zu besuchen. Da die Anlage ein wenig außerhalb liegt, wurde eine Busverbindung in die Stadt eingerichtet, damit die Bewohner Ämter, Supermärkte, Deutschkurse usw in Oldenburg erreichen können. Mit genau dieser Buslinie sind wir hingefahren.
Unsere vier Jungs, wie wir sie nennen, bewohnen ein Sechsbettzimmer, das aber nur mit vier Stühlen ausgestattet ist. Elektrische Geräte, außer dem Netzteil eines Smartphones, sind auf den Zimmern verboten. Kaffee und/oder Tee können sie nur in einem benachbarten Haus in einer kleinen Teeküche zubereiten. In der gesamten Anlage gibt es keine Freizeiträume, Fernseher, Fitnessgeräten, Wifi o.ä..
Die Zimmer und Häuser sind sehr sauber. Auffällig sind die Toiletten. In den Häusern sind französische Plumsklos eingebaut. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass die meisten Flüchtlinge unsere Toiletten nicht kennen und damit auch Probleme haben, weswegen man die französischen Klos eingebaut hat. Sie würden auf die Porzellanschüssel ‚draufsteigen‘ und dann alles verschmutzen. Wir konnten auch nach einigen Problemen an einer Mahlzeit teilnehmen. Uns war bereits auf dem Zimmer aufgefallen, dass dort tütenweise Toast-Brot herumstand. Auch zum Mittagessen wird neben Nudeln und Reis Toastbroat gereicht. Auf Nachfrage erzählte man uns, dass zwar am Anfang auch deutsches Graubrot gereicht wurde, dies jedoch nicht den Geschmack der Flüchtlinge traf, so dass man jetzt nur noch Toastbrot anbietet.
Wer die Anlage nicht verläßt, hat keine Möglichkeit Deutsch zu erlernen, da man außer den Mitarbeitern vom Sozialamt keine deutschen Muttersprachler auf dem Gelände des Klosters antrifft. Auch der Wachdienst am Eingang und in der Küche besteht (verständlicherweise) aus arabisch oder persisch sprechenden Personen. Diese spartanische Einrichtung ist verständlich, wenn die Flüchtlinge sich dort nur wenige Wochen aufhalten. Bei der letzten Belegung im letzten Jahrhundert haben dort aber manche Flüchtlinge über ein Jahr gewohnt. Dann ist eine Integration in unsere Gesellschaft nicht möglich.

Bürgerredaktion von Oeins

Vor ein paar Wochen hat mich Sabine gefragt, ob ich Lust hätte, bei der Bürgerredaktion mit zu machen. Die Bürgerredaktion bereitet Podiumsdiskussionen vor, die dann ausgestrahlt werden. Dazu werden kurze Beiträge von wenigen Minuten benötigt, die in das jeweilige Thema einführen und/oder Fragestellungen für die Sendung aufwerfen. Ende Dezember haben wir einen Beitrag mit Bewohnern einer Straße erstellt, die ausgebaut werden soll. Die Anwohner sollen die enormen Kosten tragen, obwohl sie selbst keinen Vorteil aus dieser ‚Straßenverschönerung‘ haben. Die Bürger sollen in den Sendungen zu Wort kommen.

Als nächstes steht eine Sendung an zum Verkauf von Stiftungshäusern aus den 20er Jahren, die ursprünglich für ärmere und mittellose Mitbürger am Stadtrand gebaut wurden, jetzt aber fast mitten in der Stadt liegen. Diese Siedlungen hatten einen großen Garten, da die früheren Bewohner sich selbst durch Schweinemast und Gemüseanbau versorgen sollten. Diese schönen ansehnlichen und für diese Siedlungen typischen Gärten sollen jetzt Wohnbaumaßnahmen weichen. An einigen Stellen ist dies bereits passiert, ehe sich jetzt für ein konkretes Projekt eine Bürgerinitiative gebildet hat, um dies erneut zu verhindern. Heute sind wir los gezogen, um Aufnahmen von der anstehenden Siedlung zu machen und Anwohner zu interviewen, aber auch um Bilder von ’schlechten‘ Lösungen zu machen, die dann in der Diskussionssendung im März ausgestrahlt werden sollen.
Die Arbeit in der Bürgerredaktion ist anders als in der Lokalredaktion. Man hat mehr Zeit, um einen Bericht zu erstellen und man kann tiefer in ein Thema eintauchen.