Bisserup – Næstved

Heute morgen waren wir uns ziemlich unschlüssig, was wir machen sollten. Wir haben 2 Tage Zeit für 50 km bis Vordingborg, der nächste und einzige Campingplatz ist 16km entfernt, die Shelterbeschreibungen von Naturcampingplätzen in der näheren Umgebung alle nichtssagend. Wir entschieden uns zum Bahndamm zu fahren, einige Shelter nacheinander abzufahren und so eine Runde zu drehen, die evtl dann am Campingplatz endet, wenn alle Shelter ungeeignet sind. Der erste war sehr schön, aber nach nur wenigen Kilometern, wir wollten aber noch was tuen. Beim zweite Platz war einer von zwei vorhandenen Sheltern besetzt und zuwenig Platz, um ein Zelt aufzubauen.  Im Shelter wird man darüberhinaus von Mücken belästigt, wie uns ein paar Jungs berichteten, die dort übernachtet hatten.

Nach weiteren Kilometern waren wir in Naestved. Wir hatten keinen Blick für die Stadt, da wir Hunger hatten und Lust auf eine Kaffeepause. Wir suchten ein Cafe und wurden schnell fündig. Wir hatten noch einen dritten Übernachtungsplatz auf der Liste, ehe wir uns entscheiden mussten. Dieser lag knapp außerhalb der Stadt. Schnell hatten wir ihn erreicht und waren hell auf begeistert. Ein Shelter, eine Toilette, Wasser und Platz für ein Zelt. Die Entscheidung war damit gefallen. Hier bleiben wir. Das Zelt wollten wir aber erst aufbauen, wenn Mücken es erforderlich machen. Ansonsten wollten wir erneut im Shelter schlafen.
Da wir noch was zum Essen benötigten, Monika lesen wollte, ich mir die Stadt näher ansehen wollte, was in der Hungerhektik heute Mittag nicht geschehen ist, bin ich dann nochmal zurück nach Næstved und habe noch ein wenig fotografiert. Es gibt ein paar wirklich schöne alte Häuser. Leider ist der Autoverkehr nicht aus dem Stadtinneren ausgeschlossen, was wir als sehr störend empfanden. Es gab jede Menge Autoverkehr an den schönsten Plätzen.

Von unserem Shelter aus hatten wir einen herrlichen Ausblick auf eine Pferdeweide mit Ponies, eine große Kuhherde und jede Menge Hasen. Auch der Sonnenuntergang war fast so schön wie vorgestern. So schön kann es auf einem Campingplatz nicht sein.

IMG_0954 IMG_0958 IMG_0960 IMG_0966 IMG_20170809_152051 IMG_0967 IMG_0971 IMG_0974 IMG_20170809_161041 IMG_20170809_174911

Skælskør – Bisserup

Wir mussten zwar heute kein Zelt zusammenpacken, weil wir im Shelter übernachtet haben, aber trotzdem sind wir nicht schneller los gekommen. Wir hatten nämlich gestern noch nicht beschlossen, wohin es gehen sollte. Wir wussten nur, dass wir erst mal wieder nach Skælskør zurück wollten, um dort Kaffee zu trinken. Dort im Cafe wollten wir uns dann Gedanken machen, wie es weitergehen sollte.

Kurz bevor wir fertig waren und gerade aufs Rad steigen wollten, kam eine Dagpleje-Mutter mit vier Kindern. Diese kannten unseren Shelter und hielten dort häufig auf ihrem Spaziergang an. Sie konnten, so klein wie sie waren, darin stehen und benutzten es als Bühne. Wir hatten viel Spaß und die Dagpleje-Mutter erklärte uns auf Nachfrage das dänische Dagpleje-System.

In Skælskør suchten wir uns diesmal des Hafen-Restaurant auf, nachdem wir gestern abend im Postkrug auch direkt am Hafen gegessen hatten. Es war noch sehr ruhig und wir genossen Kaffee und Tchai-Latte. Wenn das Wetter so wie gestern geblieben wäre, hätten wir heute Rückenwind haben müssen, aber die Windrichtung hatte sich gedreht und so hatten wir auch heute erneut Gegenwind, obwohl es in die umgekehrte Himmelsrichtung weitergehen sollte. Wir wollten an zwei Schlössern vorbeifahren, die in der Karte als Sehenswürdigkeit eingetragen waren. Die Schlösser müssen mal beeindruckend gewesen sein. Aber jetzt sind sie etwas verkommen. Die Landwirtschaft war bei beiden eingestellt und man konnte sehen, dass das Leben mehr oder weniger eingeschlafen ist. Die Wiesen wurden zwar noch gemäht, aber es fehlte bei beiden eine liebevolle Hand. Wir erwarteten bei einem ein Cafe vorzufinden. Ein Schild gab es zwar, dass auf ein Cafe hinwies. Jedoch war dort nichts.
Als wir nach Bisserup kamen, das einen kleinen Campingplatz hat, kamen wir an einem Haus vorbei, das zu Kaffee und Kuchen einlud. Als ich so in der Einfahrt stand und das Schild betrachtete, kam sofort eine Dame heraus und lud mich ein doch hereinzukommen. Es war die örtliche Nachbarschaftshilfe, die sich in dem Ort von 500 Einwohnern gebildet hat, und dreimal die Woche zum Kaffee einlud. Kaffee und Kuchen werden zum Selbstkostenpreis angeboten und man kann dort um Hilfe beim Rasenmähen, Arbeit mit IT-Geräten, Lernhilfe gegen einen kleinen Obulus bitten. Auch haben sie Hilfe für Notfälle organisiert, die die Zeit bis zum Eintreffen des Krankenwagens, der aus dem nächsten Ort kommt, überbrückt. Eine absolut tolle Idee und die beiden Damen, die das Cafe betreuten erklärten uns gerne, wie das ganze funktioniert. So ganz nebenbei schmeckte der Kaffee und der Kuchen ganz ausgezeichnet.

Nach dem sehr anregenden Gespräch fuhren wir zum Campingplatz. Während Monika zurück zum Einkaufen in den Ort fuhr, habe ich das Zelt aufgebaut. Die Feriensaison ist vorbei. Das merkt man ganz deutlich. Es ist nicht mehr viel los. Man trifft jetzt häufig Großeltern mit ihren Enkeln, die sie in der Zeit bis zum Schulferienende betreuen, während die Eltern schon wieder arbeiten. Während der Ferien sind auch die üblichen Freizeiteinrichtungen der Schüler, die sie normalerweise nach der Schule besuchen, noch geschlossen, so dass diese Zeit die Zeit der Großeltern ist.

IMG_20170808_080808 IMG_0911 IMG_20170808_090559 IMG_0918 IMG_0921 IMG_0924 IMG_0925 IMG_0933 IMG_0929 IMG_0938 IMG_0948 IMG_0951

Sorø – Skælskør

Heute morgen schien die Sonne und wir haben langsam getan, denn unser Platz lag herrlich in der Morgensonne. Unsere Ketten verlangten nach dem vielen Regentagen nach etwas Pflege. So sind wir erstmal zu einem Fahrradgeschäft in Sorø, wo man uns kostenlos half. Danach haben wir uns die Kirche von Sorø angesehen, in der Absalon, der Begründer des Christentums in Dänemark begraben ist. Gestern sind wir nur eben schnell yum Campingplatz und haben uns den Ort nicht näher angesehen. Die Innenstadt ist aber ganz nett und größer als erwartet. Obwohl wir recht oft in Dänemark sind, hatten wir diesen Städtenamen noch nie gehört.
Unsere Strecke führte uns zunächst um dem See von Sorø und dann zur Route. Die Straße war sehr ruhig. An einem kurzen steilen Anstieg von wenigen Metern, wie wir sie heute häufig hatten, verschaltete sich Monika und stürzte. Gott sei Dank hat sie nur eine kleine Prellung am Knie und konnte nach kurzer Zeit weiterfahren Den Verbindungsweg zwischen Nationalroute 7 und einer anderen lokalen Route hatten wir uns selbst zusammengebastelt. Es war keine Route, die in irgendeiner Karte stand. Aber auch hier war alles ruhig und ohne Autoverkehr . An einer Mühlenruine, die zu einem Bäckereimuseum gehörte, das jedoch keinen sonderlich guten Eindruck machte, machten wir eine Pause mit Mittagsschlaf. Bisher haben wir auf Grund des Wetters selten mittags die Gelegenheit gehabt, ein Schläfchen in der Sonne zu machen.
Die lokale Fahrradroute, auf die wir in Dalmose stießen, ist eine alte Bahnstrecke. Sie beginnt in Slægelse, geht über Dalmose nach Skælskør. Hier in Dalmose teilte sie sich auch noch und ein zweiter Zweig führt nach Nastved. Ingsgesamt sind hier 48km Radweg auf einer ehemaligen Bahnstrecke angelegt worden mit jeweils einem Shelter an jedem Arm. Die letzten 10 km bis Skælskør waren auf diesem Bahndamm somit herrlich. Obwohl es gegen den Wind ging, spürten wir wenig davon, weil wir rechts und links durch Büsche und Bäume beschützt wurden.
Unterwegs kamen wir an einem der Schelter vorbei, mit Wasserkloset und ideal um die Erfahrung ‚Overnatning i shelteren‘ auszuprobieren. So sind wir dann zunächst in den Ort nach Skælskør zum Essen gefahren und haben das Geld, das wir für den Campingplatz gespart haben, in Essen inverstiert. Am Hafen fanden wir ein nettes kleines Restaurant. Anschließend sind wir wieder auf den Bahndamm zurück zum Shelter. Dort quälten uns dann bis zum Sonnenuntergang ein wenig die Mücken. Dafür erlebten wir aber einen wunderschönen Sonnenuntergang über den Feldern von Seeland.

IMG_0874 IMG_0879 IMG_0880 IMG_0883 IMG_0889 IMG_0891 IMG_20170807_150211 IMG_20170807_162940 IMG_0896 IMG_20170807_165559 IMG_0899 IMG_20170807_173301 IMG_20170807_181204 IMG_0904 IMG_20170807_201536

Jyderup – Sorø

Durch das Konzert gestern abend, sind wir nicht zu den üblichen abendlichen Aufgaben gekommen. Wir hatten nicht geduscht, die Route war nicht ausgekuckt, der nächste Campinplatz nicht ausgesucht. Das musste alles erst heute morgen erledigt werden. Deshalb kamen wir erst spät los. Gefrühstückt haben wir in der Sonne vor der Rezeption, nachdem wir das Zelt abgebrochen hatten. Wir mussten unsere vorgesehen Route ändern, da unsere Vorräte zu Ende waren und an der ursprünglich geplanten Route kein Ort liegt, indem wir uns mit Nahrungsmitteln versorgen konnten.
Die ersten Kilometer nach dem Campingplatz waren sehr anstrengend, aber auch sehr schön. Durch Wald aber leider hoch und runter auf unbefestigten Wegen. Mal mussten wir schieben, weil der Weg schlecht war, oder weil es steil war, oder beides. Wir betrieben Radwandern im ursprünglichen Sinn des Wortes, wandern mit Rad.
Als wir aus dem Wald kamen, indem wir windgeschützt waren, schlug uns ein strammer Gegenwind ins Gesicht, der uns sehr ermüdete. Auf unserer Suche nach ein windstillen Platz für ein kleine Pause kamen wir an einem Haus mit einer Bank vorbei und fragten die Hausbesitzer, ob wir diese windstille Plätzchen für eine Pause nutzen könnten. Die Hausbesitzer waren gerade dabei die Reste einer Feier vom Vortag zu entsorgen, die sie übrig hatten und boten uns von diesen Resten an, Hühnerbrust, Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, wir hätten auch ein Bier bekommen können. Wir waren genau im richtigen Augenblick gekommen, sonst wäre nämlich alles im Müll gelandet. Die Hausfrau war auch fahrradbegeistert und nach einem kurzen und intensiven Austausch fuhren wir gut gestärkt weiter und wir mussten nicht an unsere Notration.
Wir fuhren jetzt in eine etwas andere Richtung, so dass der Wind nicht mehr direkt von vorne kam und wir jetzt zügiger voran kamen. Auch war die Landschaft jetzt nicht mehr so hügelig.
In Sorø entschieden wir uns gegen den Naturcampingplatz und für den schönen und recht preisgünstigen Campingplatz, der eine eigene Wiesen für Zelter hatte mit einem herrlichen Blick über den See. Zelter hatten Plätze auf einem kleinen Hügel mit Bänken, also viel bessere Verhältnisse als die Wohnwagen.
IMG_0836

IMG_0841

IMG_0842

IMG_0844

IMG_0849

IMG_0850

IMG_0851

IMG_0853

IMG_0863

IMG_0865

IMG_0867

IMG_20170806_114439

IMG_20170806_193631

Nykøbing – Jyderup

Ein abwechslungsreicher Tag mit Höhen und Tiefen liegt hinter uns.
Beim Zeltabbau schien die Sonne und wir waren hochmotiviert. Nach wenigen Kilometern ging es auf einem unbefestigten Weg durch einen dichten Wald. Der Weg war gut, alles lief bestens. Erst als wir aus dem Wald kamen sahen wir die tiefhängende dunkle Wolke. Also schon wieder Regen. Also Cape übergezogen und den heftigen Schauer unter einem Baum erstmal abgewartet. In Anbetracht weiterer dunkler Wolken, die heranzogen änderten wir unseren Plan an der Küste lang zu fahren und fuhren direkt nach Egeberg, was, wie der Name sagt, auf einem Berg liegt, was wir aber in der Stimmung, in der wir waren, nicht realisierten. In Egeberg gab es nur einen Supermarkt und so haben wir den nächsten Schauer in einer Bushaltestelle gleich in der Nähe des Supermarktes nach dem Einkauf ausgesessen. Danach wurde das Wetter wesentlich besser. Was blieb war ein kräftiger Wind.
Die Route führte über zwei Abschlussdeiche, hinter denen der Fjord trocken gelegt wurde. Dadurch ergaben sich lange flache Ebenen, die wir selbst bei Gegenwind zügig durchfuhren.
In Svininge stand unser vorgesehener Naturcampingplatz unter Wasser, so dass er nicht nutzbar war. Er war schön gelegen, aber unbenutzbar. In einer nahegelegenen Pizzeria überlegten wir, wie es weitergehen sollte. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg nach Jyderup, wo es zwei Naturcampingplätze und einem normalen Campingplatz geben sollte. Nach der Begutartung der Naturplätze entschieden wir uns für den normalen Platz, auf dem ein kleines Musikfestival stattfand. Auf einer Wiese hatten die Festivalgäste mit ihren Wohnwagen einen Wohnpark errichtet, die Campingplatzbesitzer schenkten Bier aus und grillten Würstchen, eine richtig gemütliche Atmosphäre. Wir entscheiden uns, dort zu bleiben und meldeten uns an. Lust zum Zeltaufbauen hatten wir zunächst keine, stattdessen lauschten wir einer Band bei einem Bier. In der Umbauphase für die nächste Band errichteten unser Zelt und entschieden uns nicht duschen zu gehen, um am Festivel teilnehmen zu können. Wir  gingen bewaffnet mit einem Pullover zurück  zum Musikzelt. Dort erlebten wir ein Konzert einer dänischen Musiklegende Benny Holst. Es war sehr intim in dem Zelt und hat uns ausgezeichnet gefallen. Es war schon dunkel als wir ins Bett gingen. Was wir nicht realisiert hatten, war, dass die anderen Festivalgäste für den Besuch bezahlt hatten, während wir glaubten, dass dies eine Veranstaltung des Campingplatzes war und uns ungeniert ins Zelt setzen. Dies realisierten wir erst am folgenden Morgen und erklärte die Blick, die wir im Zelt erhielten, als wir uns dort auf den Stühlen breit machten. Gesagt hat aber keiner etwas.

IMG_0805 IMG_0813 IMG_0816 IMG_0819 IMG_0821 IMG_0824 IMG_20170805_151022 IMG_0828 IMG_0833